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Sonntag, 20. August 2017


Marie: Freitag - 13. Juli - ca. 20:00 Uhr

Die Uhrzeit ist leider nicht feststellbar, weil Tims Uhr kaputt ist.

Heute morgen um 10:00 Uhr zeigte sie 4:00 Uhr an, was uns beide beim Aufwachen in Schrecken versetzte, weil wir dachten, wir hätten den ganzen Tag durchgeschlafen. Wir trauten uns nicht den Besitzer der Hütte noch um irgendwas zu bitten- die horrenden Kosten schreckten uns ab.

So schnell wie möglich wanderten wir also los, Richtung Hadlaskard. Die ganze Nacht hat es geregnet- und es war erstaunlich früh dunkel geworden, weswegen wir beim WaLiBu Durchsingen das erste Mal auf unserer Tour Tims Stirnlampe brauchten- jedenfalls war unser Pfad zu einem Bach geworden, um den wir herumlaufen mussten.

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Doch zunehmend stieg der Weg in die Höhe und wurde immer trockener und vor allem felsiger. Das Wetter heute war perfekt zum Wandern- nicht zu heiß und nicht zu kalt. Als wir an einigen Felsblöcken vorbeikamen, konnte Tim seinen Trieb nicht länger unterdrücken und fing an dort herauf zu klettern. Ohne Rucksack allerdings; und scheinbar war es wirklich toll da oben, er sah jedenfalls ziemlich glücklich aus.
Unterwegs überholten wir eine Gruppe Norweger, die auch aus Hedlo kam, und gerade am Essen war. Da wir kurz darauf unseren Zwischenstopp Hadlaskard fanden, beschlossen wir nun auch zu frühstücken- das hatten wir morgens übergangen.
Auch in dieser Hütte konnten wir kein Benzin bekommen, was uns in den nächsten Tagen sicher noch Probleme bereiten wird. Weiter ging es über eine sehr abenteuerliche Hängebrücke- Norweger haben die Angewohnheit Brücken an den spannendsten Stellen über die Flüsse zu bauen. Unser Tagesziel- 6 Stunden von Hedlo entfernt- war Torehytten. Wir hatten nun die Hälfte der Strecke hinter uns- die Hälfte der Höhenmeter leider nicht...
Hatten wir morgens den Weg singen zurückgelegt, liefen wir nun schweigend weiter, jeder in seine Gedanken versunken und die Landschaft genießend.

Heide und Fels wechselten sich ab, der Weg lief immer an der Veig entlang. Nach einiger Zeit fingen wir wieder an zu reden: Tim brachte mir massig Vokabeln auf Holländisch bei und ich ihm das Lied "Wölfe mitten im Mai" (was ein Fehler war, denn jetzt singt er es die ganze Zeit).
Wir trafen auf einen breiteren Fluß- nicht tief, aber wieder einmal ohne Brücke und zum Durchwaten. Kein Problem mehr für uns erfahrene Water...
Der nächste Fluß kurz darauf stellte allerdings ein Problem in Bezug auf die Tiefe dar.
Das Wasser ging Tim gerade bis zum Schritt, mir jedoch bis über den Bauchnabel. Gut, dass wir trockene Sachen dabei hatten, in Hedlo im Trockenraum hatten sie die ganze Nacht gehangen.
Die Strecke stieg mehr und mehr an und die Vegetation wurde wieder karger. Der Pfad schlang sich an einem steilen Fels entlang in die Höhe, neben uns war (auf der anderen Seite) direkt eine tiefe Schlucht.
Durch diese Felsspalte stürzte sich ein großer Wasserfall schönster Art. Die Schafe, die sich auf der andern Seite tummelten und ein kleiner Regenbogen vervollständigten das Bild. Begeistert erklärten wir diesen Ort zu einem der schönsten Plätze der Welt.

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"Tim und Marie am Ziel ihrer Träume" hatten wir gestern in das Gästebuch geschrieben, und genau das fühlte ich dort.

Vorbei an einem Bergsee voller Eisschollen, es konnte nicht mehr weit sein nach Torehytten.
Es ging allerdings noch einige Schnee- und Steinfelder steil bergauf bis auf eine Höhe von 1400 Meter. Oben konnten wir den großen Felsen Harteigen wieder sehen, der uns den ganzen Tag begleitet hatte. Er ist die höchste Stelle der Hardangervidda und steht so plötzlich aus der Landschaft heraus wie vielleicht der Ayers Rock!
Die letzte Biegung und vor uns standen zwei Hütten an einem See zwischen Schneebergen auf die die Sonne schien: Torehytten.
Wir beschlossen im Haus zu schlafen, unser Zimmer teilen wir mit 2 netten Holländern. Außerdem trafen wir auch die Norweger von heute morgen wieder (sie trafen einige Zeit später ein). Es ist schön gemütlich und warm hier, nette Leute und es erfreut mich, dass wir morgen eigentlich nicht mehr bergauf gehen müssen, nicht mehr können: wir sind schon auf der höchsten Stelle.

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