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Dienstag, 24. Oktober 2017


Tim: Mittwoch - 18. Juli - 20:07 Uhr (HT)

(HT= HandyTime)...und die stimmt

Stickig und heiß war es heute morgen, als wir im Zelt die Augen aufmachten. Also nichts wie raus und ab ins Wasser, das klarer nicht sein könnte. Etwas weniger salzig und dafür wärmer dürfte es sein, aber wenn ich ehrlich bin- es ist perfekt.
Marie nutzte eine nasse Granitplatte als Wasserrutsche, während ich mich- der Temperatur wegen- eher schwer tat ins Nasse zu gelangen. Unser Frühstück fiel leider mangels Brot und salzfreiem Wasser für Müsli komplett aus und so wanderten wir heute um die 4-5 Stunden am Hardangerfjorden entlang, hungrig und gespannt auf Jondal, unseren Fährhafen.

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Obstanbau war heute nicht mehr zu entdecken, dafür mehr Nadelwald und eine Lachsfarm mittlerer Größe. Überall in Norwegen wächst auf Scheunen- und Hüttendächern Gras, aber einen so wunderschönen bunten Blumengarten wie auf einer der Hütten entlang der Straße, hätten Marie und ich nicht für möglich gehalten. Ich glaube, Marie wünscht sich auch so'n Dach für ihr Haus.
Unser Weg führte durch 2 Tunnel, in denen wir gegen den Lärm der Autos "Coltery Gate" ansangen- sehr passend. In Jondal- einem kleinen Nest, das überhaupt nur aufgrund der Fähre existiert- angekommen, ging Marie Brot kaufen und ich unsere eiserne Reserve (100 Deutsche Mark) in NOK umtauschen, wissen wir doch nicht, was da an Buskosten noch auf uns zukommt bis Bergen.

(Nachtrag: Wäre uns bewusst gewesen, dass unser Skan-Rail-Pass ohnehin nicht für Busse zu benutzen ist, hätten wir sicher nur die 5-Tage-Version gekauft.)

Als wir uns auf der Straße wieder trafen, hatte Marie nicht nur Brot, sondern 2 "ofenfrische" und warme, zuckerlasierte Zimt-Pudding-Schnecken in der Hand. Sie wurden keine 3 Minuten alt.
Die Fähre kostete zum Glück nur läppische 40 NOK und benötigte ¼ Stunde bis rüber nach Tørvikbygd, wo wir heute schlafen. Maries Fußverletzung- aus unserer Flußquerung am zweiten Tag hervorgegangen- hat sich leider dermaßen verschlechtert, dass jeder Schritt zu unnötigen Schmerzen führt. Wir beschlossen also weder heute noch morgen nach Norheimsund zu laufen und uns lieber noch 2 stress- und laufarme Tage in Norge zu gönnen.
Kurz außerhalb von Tørvikbygd trafen wir auf einen Mann, der uns auf unsere Frage nach einer Zeltaufstellmöglichkeit hin gleich seine am Wasser gelegene Heuwiese anbot, auf der wir nun kampieren. Schafe hält er auch, der gute Mann, und so ist es nicht nur das Schreien der Möwen, was hier für Stimmung sorgt, sondern auch das Gebimmel der Schafsglocken.
Und zu Essen?! Ja, es gab dann doch noch was richtig Leckeres, Nudel mit Sauce Arabiata, gar köstlich!
Kleine aber entscheidende Anmerkung zum Schluß: Nach neuesten Untersuchungen konnte, unter Zuhilfenahme modernster Messtechniken, zweifelsfrei festgestellt werden:

Ebbe und Flut- es gibt sie auch in Fjorden.
Ja, es war Marie, die Recht hatte und es mir bewies. :-)

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