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Mittwoch, 28. Juni 2017


Marie: Dienstag - 17. Juli - 22:41 Uhr

Hab' auf die HandyUhr geschaut, weil mein Zeit-Schätz-Gefühl völlig abhanden gekommen ist.

Heute morgen bin ich vom Vogelgezwitscher ringsum wach geworden. Auf unsere kleine Lichtung im Wald schien die Sonne, was ein Grund für uns war draußen im warmen (aber noch etwas feuchten) Moos zu frühstücken.
Tim ist fest davon überzeugt, er habe heute nacht ein großes Tier um unser Zelt schleichen gehört- es waren allerdings keine Spuren zu entdecken...
Wir wanderten los, immer der Straße nach Herand hinterher, die schwach befahren und etwa halb so breit wie normale Straßen ist. Die Umgebung war einfach traumhaft. Die Sonne schien (heute konnten unsere Schuhe endlich trocknen!) und der Fjord war blau. Die felsigen Buchten zogen uns an, so dass wir eine Pause auf einem der großen Steine am Wasser machten.

(Nachtrag: Hier habe ich das Fjordwasser probiert und es schmeckte noch mehr süß als salzig)

Doch nur kurz, dann ging es weiter. Durch kleine Dörfer wanderten wir, die nur aus 3-4 kleinen roten Holzhäusern bestanden. Kinder und Hunde tummelten sich im Wasser und alles war voller Kirschbäume. Alle paar Kilometer war ein "Moreller Stand" an dem die Kirschen verkauft wurden. Sie waren wahnsinnig lecker (Ich konnte mich nicht zurückhalten und pflückte welche von den Bäumen am Wegrand. Tim wollte keine kaufen- er meint wir müssen sparen.).
Wir nahmen unser Mittagessen (norwegische Pasta) etwa auf halbem Weg ein und mussten danach eine Steigung hinauf, die zwar nicht wirklich steil war, aber absolut kein Ende nahm.
Müdigkeit und Durst nahmen überhand, und die Sonne wurde unangenehm heiß.
Kurz nachdem wir diesen Teil der Strecke hinter uns hatten, kamen wir in dem kleinen Dorf Herand an, das sogar eine Tankstelle besitzt, (da freut sich der Benzinkocher), jedoch keinen geeigneten Ort für unser Zelt.
Den ganzen Tag sieht man Plätze- einer schöner als der andere- aber wenn man dann einen braucht, sind sie alle weg. Erst ein gutes Stück nach Herand fanden wir abseits der Straße einige Felsen, die uns gut genug waren.
Statt das Zelt aufzubauen legten wir uns erst mal nackig in die Sonne auf den Fels- unter uns Meer, hinter uns Wald und Heidekraut und über uns Möwen.
Danach genossen wir dicke Brote mit norwegischer Marmelade, die Beste, die es überhaupt gibt.
Nach dem Aufbau des Zeltes, setzten wir uns wieder auf den Fels, ich genoß die Aussicht und Tim übte verwirrte Grimassen. Dann färbte sich alles rot und ein Wahnsinns-Sonnenuntergang beschloß diesen Tag.

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