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Mittwoch, 28. Juni 2017


Tim: Montag - 16. Juli - ca. 22:00 Uhr

...sehr grobe Schätzung allerdings...

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Ja, ja, wir haben es geschafft. Endlich, nach Tagen der Entbehrung, steinerne Wege und schneebedeckte Hügel hinter uns lassend. Wir waren da und sagen voller Stolz: " Odda war sooo langweilig!" Aber dazu später mehr.
Heute morgen brauchte es ca. 3 Anläufe, ohne Wecker, bis ich in der Lage war nicht nur Marie wach zu machen, sondern es auch selbst zu bleiben. So kamen wir also erst um 11:56 Uhr (HandyTime) aus den Säcken.
Zum erstmaligen ausgiebigen Haarewaschen musste ich über glitschige Steine zum Fluß, der links vom Fußballplatz reißend ins Tal strömt.
Da wir in Tyssedal leider weder eine Busstation noch überhaupt eine Art Zentrum finden konnten, mussten wir zu Fuß weiter. Zwischen uns und Odda lagen jetzt noch 5 km und 1 Tunnel.
Ein Tunnel, durch den Marie (deren Lieblingsumgebung enge Räume nicht gerade sind) 1,5 km mit Nerven wie Drahtseilen durchschritt.
Im weiteren Verlauf der Strecke zeigten sich uns schon die ersten Stahlbauwerke: hier wird schwere Industrie betrieben. Noch näher an unser Ziel gekommen, stellten wir fest, hier wird Zink gewonnen und uns wurde klar, dass das hier wohl das Saarland unter den Fjorden sein musste. Im Hafen von Odda lag ein riesiger Tanker, über einem Schornstein wurden Gase abgeflämmt und das Fjordwasser wäre auch mit Micropur nicht mehr zu retten gewesen.
Aber die Felsen, die vielen Bäche, die Wälder, das alles war einfach traumhaft schön und passte so gar nicht zu Odda.
Oder besser: Odda ist zwar klein und tot, verschandelt aber einen ganzen Fjord.
Im Spar-Markt deckten wir uns kurz für die nächsten Tage mit Essen ein, um dann die nächsten 1 ½ Stunden zu Mittag zu essen und auf den Bus nach Utne zu warten.
Die Busfahrt kostete leider weitere 140 NOK, wodurch wir uns langsam nicht mehr so sicher sind, wie wir Fähre und Bus nach Bergen noch bezahlen sollen.

In Utne war wieder heile Welt, das Fjordwasser schlug kleine klare Wellen und spiegelte den strahlend blauen Himmel. Im Hardanger Folkemuseum brachte ich die dort arbeitende Kassiererin völlig aus der Fassung also ich nach dem Weg nach Jondal fragte.
Sie riet mir mehrfach den Bus zu nehmen und meinte ich sei doch "very brave" zu Fuß gehen zu wollen.
Unser Zelt haben wir heute abend mit Sicht auf den Hardangerfjorden ca. 3 km nach Utne aufgestellt. Zu Abend gab es Linseneintopf mit Würstchen und leckerem Norwegerbrot.

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Morgen soll es weiter nach Herand gehen. Das sind noch ca. 15 km auf geteerter Serpentinenstraße, und liegt auf halbem Weg zwischen Utne und Jondal, wo wir übersetzen werden

Weiter zum 11. Tag

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