Startseite Suche    
Dienstag, 24. Oktober 2017


Marie: Mittwoch - 11. Juli - 21:10 Uhr

Heute sind wir endlich in der richtigen Hardangervidda (also im Nationalpark) angekommen. Tim meint, das merke man daran, dass es keine Stellen mehr ohne Mücken gibt. Zum Glück ist das Moskitonetz von unserem Zelt dicht und die Viecher können uns zwar betrachten, aber nicht aussaugen.
Als wir aufgewacht sind hat es in strömen geregnet, es hat dann auch für die nächsten 4-5 Stunden nicht mehr aufgehört. Erst erklommen wir mal wieder einen Gipfel, oben wurde es dann auch noch eiskalt und windig. Da wir dann auch noch den "Weg" nach Fossli verloren und quer durch Moor und Sümpfe waten mussten, war meine Motivation erst mal weg.
Tims zum Glück nicht und so erzählte er auf mein Quengeln hin Ewigkeiten Geschichten, während er andauernd auf nassen Felsen ausrutschte.

Da unser Weg hoffnungslos verschwunden war, liefen wir nun direkt auf einen Ort- Maurseth- zu, von dem aus eine Autostraße nach Fossli führt. Die Gegend war zwar naß- das Wasser ging durch alle Schuhe- aber sehr schön. Seit wir in Finse ausgestiegen waren hatten wir keinen einzigen Baum gesehen, aber jetzt waren sie wieder da: Birken, kniehoch erst, doch sie wurden immer höher, je weiter wir ins Tal kamen. Dann erreichten wir den Ort.
"Ort" wäre allerdings der falsche Ausdruck für die kleinen Häuschen, eins süßer als das andere, die mitten im Wald standen, weit auseinander und nur durch schmale, unbefahrbare (egal mit welchem Fahrzeug) Pfade erreichbar.

Trotzdem war es für uns wie ein Kulturschock. Zivilisation, Menschen- iih! Ab nun liefen wir an einer Autostraße entlang bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit. Ich fand es eigentlich ganz angenehm mal wieder geraden Boden unter den Füßen zu haben. In dem Laden kauften wir ein- für ein richtig üppiges Abendessen. (Nudeln + Hackfleischsoße + Äpfel + Schokokekse + Citronengeschmackswasser) Auf dem weiteren Weg nach Fossli trafen wir plötzlich auf einen neuen T-Weg, der von der Straße weg wieder in die Wildnis führte.

45a40d5ee58f6d75dd0b20a5496472b7.jpg

Wir änderten spontan unsere Tagesroute und folgten dem T über einen Wildfluß allerschönster Art und dann einen steilen Felsberg hinauf. Zweimal hielten wir unterwegs Plätze für gut zum Schlafen, wurden jedoch von 100 000 Mücken wieder vertrieben. Dann endlich fanden wir eine Schafshirtenhütte neben einem Bach. Auf der Wiese dahinter plazierten wir unser Zelt und genossen unser Mahl.

Das Wetter- sehr unbeständig- wechselte in dieser Zeit von Regen über Sturmböen über Sonne über eiskalt... Doch es entschädigte uns ein wunderschöner Regenbogen auf der anderen Seite des Tals und ein überwältigender Panoramablick!


 

Weiter zum 6. Tag

© by www.waldjugendfotos.de