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Mittwoch, 28. Juni 2017


Tim: Dienstag - 10. Juli - 19:45 Uhr

...was sich gerade ganz gut erkennen lässt, da das Wasser aus meiner Uhr fast raus ist.

Marie diktiert: "Tim ist ein Stoppel." Was sich auf das bißchen Bart bezieht, das sie wohl stört.
Wir sind heute da, wo wir gestern sein wollten, und haben die schönste Wanderstrecke hinter uns gelassen, die ich kenne.

Um 8:00 Uhr wollten wir aufstehen.
Um 9:10 Uhr sind wir aufgestanden.

Um ca. 10:30 Uhr sind wir weggelaufen von der Finnsberg Hytte, die gestern unsere moralische Rettung war. Auf dem ersten Kilometer konnten wir heute morgen endlich die Schafe sehen, die wir gestern abend nur anhand ihrer Glocken bemerkt hatten. Immer wieder haben wir kleine Gruppen von Schafen getroffen, die hier oben nur zum Scheren gestört werden. Mehrfach wurden wir der umliegenden Tierwelt durch eine Vogelart angekündigt, deren größter Spaß darin besteht, wild schreiend um uns herum zu fliegen.
Nachdem wir gestern erste Bekanntschaft gemacht haben, und wir heute wieder einer Mutter mit Kinderschar über den Weg gelaufen sind, behaupte ich, es sind Moorhühner, die wir da ständig aufschrecken.

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Mückenstiche!! Wir sind voll davon. Unsere Beine, Arme, Hände, Maries Rücken. Ihre Augen waren heute morgen zu kleinen Sehschlitzen zugeschwollen. Ihre ganze Stirn ist zerstochen, bei mir haben sie die Beine bevorzugt. Unsere Hauptbeschäftigung ist wohl gerade das gegenseitige Vom-Kratzen-Abhalten.

Aber nun zur Streckenbeschreibung, sie ist wie gesagt die Schönste, die ich je gesehen habe, und ich habe schon viele schöne gesehen J
Von unserer Hütte aus sind wir am Morgen Richtung Ost-Süd-Ost aufgebrochen. An 5 kettenförmig hintereinander liegenden Seen entlang wanderten wir ca. 1,5 km bis zu unserer Rechten eine leichte Einbuchtung in ein höher gelegenes Tal erschien.
Unser Ziel war es wieder auf einen markierten (mit T ) Wanderweg zu kommen, was hier oben große Sicherheit gibt. Am Bergsee angekommen bot sich uns ein atemberaubendes Panorama: vor uns der kristallklare See, in dem sich kleine Schäfchenwolken und blauer Himmel spiegelten. Dahinter und zur Rechten steile Granitwände, die sich bis zu 600 Meter über uns erhoben. Von links her ragte eine flache Bergkuppe ins Bild hinter der wir einen riesigen eisblauen Gletscherbruch erkennen konnten. Er blieb für uns fast den ganzen Tag sichtbar, und überragte alles.
Unser Weg führte links am See vorbei, von dessen gegenüber liegender Seite der T-Weg unseren kreuzen sollte. Nun, er tat es, und als wir das erste T erkennen konnten, sind wir uns in die Arme gefallen.
Der Weg führte uns auf der linken Talseite vorbei an weiteren großen Bergsee, einer schöner als der andere. Als das Tal flacher und breiter zu werden begann führte uns der T-Weg weiter südlich, immer stärker auf den Sysenvatnet zu, der unser Tagesziel war.
Unser Mittagessen nahmen wir auf einem kleinen Felsplateau zu uns. Danach ging es durch eine Vielzahl sumpfiger Stellen, von der eine Marie zum "Verhängnis" wurde Ihr linkes Bein blieb über Knietief eingesunken, unbeweglich im Schlamm stecken, was zum Glück durch ein kurzes, kräftiges Ziehen meinerseits zu beheben war.

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Der nächste Bach brachte die ersehnte Reinigungsmöglichkeit, und so konnten wir kurze Zeit später sauber und glücklich weiterlaufen. Nur ein Mal haben wir heute Menschen schwedischen Ursprungs getroffen. Ein älteres Ehepaar auf dem Weg nach Finse.

Der im weiter gewordenen Tal stark mäandrierende Fluß wurde jetzt wieder schmal und reißend. An der schmalsten Stelle erwartete uns eine Brücke nobelster Art, über die wir auf das rechte Steilufer querten.

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Fröhlich dort angekommen verloren wir leider bald wieder das T, was uns einen mühsamen querfeldein Marsch bescherte. Wieder auf unserem Weg angekommen stiegen wir auf bis zur Bergspitze, auf der sich der Weg teilte. Kjældebu, eine Self-Service-Hütte lag zur Linken, und der Weg nach Fossli führte weiter nach rechts.
Bevor wir uns weiter in Richtung Fossli auf den Weg machten standen wir eine Weile da, fasziniert vom Anblick des Sysenvatnet und dessen Tal.

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Am Ufer angekommen fanden wir nach kurzer Zeit einen geeigneten Zeltplatz im Sand. Eigentlich ist das Ufer hier moorig, zelten wir doch unter dem See-Höchstpegel. Ein kaltes Bad im See, nackt versteht sich, brachte uns Kühlung und eine Katzenwäsche. Morgen machen wir uns auf nach Fossli, etwas Nahrung beschaffen, und dann weiter nach Odda, wo wir in 4-6 Tagen sein können.

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